Theater – eine Herzensangelegenheit.

Prof. Dr. Ute Krauß-Leichert ist Professorin am Department Information und seit sie denken kann große Liebhaberin des Thalia Theaters. Wir haben sie getroffen und einiges über ihre große Passion erfahren.

Von Gina Gadewoltz, Sunke Lüppen, Tom Wendel und Nadine Wöbs

Guten Tag Frau Krauß-Leichert. Schön, dass Sie Zeit für uns haben. Würden Sie sich einmal kurz vorstellen und erzählen, was Sie genau an der HAW Hamburg machen?

Ja, gerne. Mein Name ist Ute Krauß-Leichert und ich bin Professorin am Department Information der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg. Ich lehre die Fächer Dienstleistungen im Informationssektor und war fast 10 Jahre lang die Leiterin des Departments Information. Zudem war ich Prodekanin für Lehre der Fakultät Design, Medien und Information.

Können Sie sich noch an Ihren ersten Theaterbesuch erinnern?

An meinen ersten Theaterbesuch kann ich mich leider nicht mehr genau erinnern. Aber als Schülerin, ursprünglich komme ich aus Mannheim, hatte ich ein Abonnement für Theater, Oper und Ballett. Ich kann mich noch an eine moderne Ballett-Aufführung des Nederlands Dans Theaters erinnern. Ich war unglaublich fasziniert und bin nach wie vor ein großer Fan von modernem Ballett, aber vor allem schlägt mein Herz fürs Schauspiel.

Woher kommt Ihre Passion fürs Schauspiel bzw. fürs Theater?

Das kann ich gar nicht so genau sagen. Die Passion fürs Theater und auch fürs Ballett entstand schon früh. Bereits als Schülerin hab ich mich für Kultur und Literatur interessiert. Auch Theaterstücke, die in der Schule zur Pflichtlektüre zählten, habe ich immer mit großer Freude gelesen.

Wie lange sind Sie schon Thalia-Abonnentin? Was macht das Thalia für Sie so besonders?

Wann genau ich ein Abonnement beim Thalia abgeschlossen habe, kann ich nicht mehr eindeutig sagen, aber ich besuche das Theater schon seit sehr langer Zeit. Als ich 1995 nach Hamburg an die HAW kam, probierte ich erstmal verschiedene Theater aus: das Schauspielhaus, das Thalia Theater, die Hamburger Kammerspiele und so weiter. Ich glaube ich entschloss mich zu einem Thalia-Abonnement als Ulrich Khuon die Intendanz übernahm. Zu dem Zeitpunkt interessierten mich die Stücke dort einfach mehr als an anderen Häusern. Ich besuchte und besuche natürlich auch weiterhin andere Theater, aber am häufigsten eben das Thalia. Warum es bis heute so geblieben ist, liegt wohl daran, dass die letzten drei Intendanten so unglaublich spannende und hervorragende Inszenierungen an das Theater gebracht haben. Daher hab ich nie einen Gedanken daran verschwendet, das Abonnement aufzugeben.

Haben Sie eine Lieblingsinszenierung? Bzw. eine Inszenierung, die Ihnen besonders im Kopf geblieben ist?

Ja, es gibt tatsächlich einige Theateraufführungen, die ich sehr schätze und teilweise auch mehrmals gesehen habe. Bis heute im Kopf geblieben ist mir unter anderem das Stück von Hans Fallada „Jeder stirbt für sich allein“ inszeniert von Luk Perceval. In der Inszenierung wurden Geschehnisse des 2. Weltkrieges, wie zum Beispiel eine Folterung, nur in Worten ausgedrückt und trotzdem ist es einem sehr nahegegangen. Das hat mich einfach unglaublich ergriffen.

Auch ein Stück was mich nachhaltig berührt hat war „FRONT – Im Westen nichts Neues“, aufgeführt in mehreren Sprachen. Ebenfalls ein Kriegsstück, ebenfalls von Luk Perceval. Hier wurden die verschiedenen Perspektiven der Soldaten gezeigt: Ereignisse aus Sicht der Franzosen, aus Sicht der Deutschen und der Engländer. Gut gefallen haben mir auch „Romeo und Julia“ und „Woyzeck“ inszeniert von Jette Steckel. Es gibt natürlich noch viele weitere tolle Darstellungen.

Warum sollten HAW-Studierende Ihrer Meinung nach ins Theater gehen?

Theater erweitert den Horizont. Theater kann Dinge aussprechen und auf Dinge hinweisen. Theater kann Problematiken behandeln und diese ganz anders angehen als die Medien es tun. Theater ist experimentierfreudig. Das Thalia behandelt zum Beispiel viele zeitgenössische politische Themen und versucht mit dem Besucher in den Austausch zu treten. Das gefällt mir sehr. Theater gibt eine andere Sicht auf die Dinge. Das funktioniert nicht immer, aber meistens. Die Studierenden sollten diese Chance nutzen.

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