Die Mächtigsten der Welt

Silmandé
Hajusom / Ensemble Resonanz / Jardin Silmandé
HAMBURG / BURKINA FASO // Performance

Um in die richtige Stimmung zu kommen etwas Shakespeare: Es folgt Lady McBeth’s Monolog in der sie ihre Zweifel über den zu begehenden Mord beseitigen will.

Die mächtigsten der Welt haben sich zusammengefunden, wird auf der Bühne erzählt, um sich zu beraten, mehr Öl soll gefördert werden, die Natur ist egal. Gegensätze bestimmen den Abend. Diese reichen Mächtigen gegen die Natur, ein einzelner, über 400 Bäume pflanzend, einen Garten erschaffend, dagegen. Elektronisch gesampelte, laute und eindrucksvolle Musikstücke gegen das mal melodisch, klassisch, mal atonal, bedrängend spielende Streicherensemble. Ein bunter Abend voller Inhalt, gruseliger Szenerien. Besonders wenn man sich beim Zuhören, wie diese Ölmogule über die Welt schachern, denkt, dass es solche Unterhaltungen wohl wirklich geben mag.

Auch die Charaktere gestalten sich als bunt, verquer, widersprüchlich. Verstaubte Menuette tanzend feiern sie sich selbst und ihre Pläne – kommentiert werden sie mit Rapgesang, zurecht als tote Tänzer betitelt – obwohl sie so verquer lebendig wirken. Nur eben nicht echt.

Herrlich wird jedoch am Ende alles umgedreht. Nachdem Problematik nach Problematik in recht klaren Dialogen mitgeteilt werden, nimmt sich das ganze Ensemble phantastisch auf den Arm.

In Schaumpartyextase wird die Lösung präsentiert: Das hier ist die Lösung, die Künstler sind die Lösung, denn sie wissen die Lösung. Selbstironie vom feinsten; und das macht Spass.

Marvin Müller, Universität Hamburg

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