Stimmen aus der Universität Hamburg – Gintersdorfer/Klaßen

Seminar: Aktuelle Hamburger Theaterfestivals unter der Leitung von Prof. Dr. Martin Schäfer

Guerilla Kunst.

So ähnlich könnte man die Interventionen von Gintersdorfer/Klaßen beschreiben. Im Zuge des Theater der Welt in Hamburg stellte die Theater/Performance Gruppe im Festivalzentrum HAVEN (Baakenhöft) aus. Die Ausstellung mit dem Namen Der feindliche Zeuge bestand aus Postern mit Fotografien, die an die Wände des Kakaospeichers plakatiert waren sowie den sogenannten Interventionen.

In der ersten Intervention schwammen zwei Darsteller durch die Elbe, versteckt unter einem Reifen, sodass es aussah als würden zwei Reifen nebeneinander das Wasser passieren. Die zweite Intervention war eher eine Schlacht. Eine Porzellanschlacht im Kakaospeicher! Das Geschirr flog durch die riesige Halle und wurde in kleine Scherben zertrümmert. Bei der dritten Intervention bearbeitete man den Boden mit schweren Gerätschaften.

„Wir wollen unsere Bilder zeigen ohne die Verabredung, jetzt ist es acht, die Lichter werden langsam dunkel und mein Nachbar riecht gut. Jetzt kommt Kunst“, so steht es neben den ausgestellten Fotos, die andere Projekte und Interventionen von Gintersdorfer/Klaßen zeigen. Sie tragen Namen wie „Steckdosen überall“, „Geysir 1&2“, „Schwimmen lernen“, „Verfolgung im Supermarkt“ oder „Flucht aus Privatwohnungen“.
Es geht darum, die Gegensätzlichkeit oder auch Trennung öffentlicher und privater Räumen sichtbarer zu machen, indem man eben genau diese Grenzen zwischen privat und öffentlich überschreitet, in die Räume eindringt und seine Rezipienten unvorbereitet konfrontiert.

Mich hat die kleine Ausstellung am Kakaospeicher auf jeden Fall dazu angeregt, noch ein bisschen mehr über dieses 2005 entstandene Projekt in Erfahrung zu bringen und seine weitere Entwicklung mitzuverfolgen. Mein Interesse ist geweckt!

Carla Lepthien

 


 

Die Gintersdorfer/ Klaßen Ausstellung Der feindliche Zeuge wurde im Rahmen des Theater der Welt Festivals auf dem Hauptgelände im Baakenhöft ausgestellt. Die Künstlergruppe macht Kunst, welche sich mit den Themen Europa, Afrika, Drama, Tanz und Theater befasst.

Die Interventionen, die die Gruppe bereits machten, wurden mit Fotos auf Plakaten an die Wand des Kakaospeichers plakatiert. Man konnte sie in der letzten Woche der Festivalzeit über betrachten. Dies gibt der Ausstellung eine höhere Erreichbarkeit, sodass sie dann jeder zu jeder Zeit sehen konnte. Sogar kostenlos.

Eindrucksvoller und einfühlsamer jedoch waren die drei Interventionen, die die Gruppe sozusagen live in Hamburg machten. Die erste Intervention fand in Hamburgs Wahrzeichen und Tor zur Welt statt. In der Elbe: Zu sehen waren lediglich zwei Autoreifen, welche von Tauchern über die Elbe gezogen wurden. Die zweite Intervention fand im Kakaospeicher statt, welcher für die Festivalzeit zur Theaterspielstätte umgewandelt wurde. Das Thema dieser Intervention war nicht ganz klar. Es war jedoch klar, dass viel Porzellan zu Bruch gegangen ist. Die Künstler haben sich nämlich damit gegenseitig beworfen. Bei der dritten Intervention handelte es sich um sehr laute Kunst. Der Boden des Festivalgeländes wurde mit Geräten behandelt, welche wir eher von Straßenbauarbeiten kennen.

Alles in allem war die Gintersdorfer/ Klaßen Ausstellung interessant, jedoch auch rätselhaft. Als Theaterfestivalbesucher fehlte mir bei den auf Fotos ausgestellten Interventionen eine ansprechendere und spannendere Darstellung. Die Interventionen, die live stattfanden, waren hingegen sehr provokant, zum Nachdenken anregend und aufgrund der Ortswahl dem Theater der Welt sehr angemessen.

Ruben Rudolph

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